Neue Chance für den Internet Explorer

Neue Chance für den Internet Explorer

Auf der gerade in Los Angeles zu Ende gegangenen PDC, Microsofts jährlichem Entwicklerklassentreffen, wurde ein frühes Stück Software vorgestellt, das aufhorchen lässt: die nächste Version des Internet Explorer, Version 9.

Gestandene Web-Entwickler werden jetzt vielleicht mit den Augen rollen, denn die letzten beiden Versionen waren zwar allemal besser als das Ungetüm Internet Explorer 6.0, aber beileibe nicht der große Wurf. Nun aber, haben sich die Entwickler einiges vorgenommen, um den weltweit am weitesten verbreiteten Browser auf neue Höhen zu bringen.

ie9

In punkto Geschwindigkeit soll die Rendering-Engine des IE (Trident) mit den technologischen Platzhirschen Gecko (Firefox) und WebKit (Safari, Google Chrome) gleichziehen oder sie gar überflügeln. Möglich macht dies ein neuer Ansatz: statt den Prozessor mit diesen Aufgaben zu betrauen, nutzt man die Power heutiger Grafikkarten mittels DirectX. Dadurch können wesentlich höhe Bildraten erreicht werden und das Ergebnis ist wesentlich weicher und flüssiger.
Eine Einführung in die neue Technik gibt es bei Channel9: IE 9 – Surfing on the GPU with D2D.

Gesteigert wird auch die Geschwindigkeit von im Browser ausgeführtem Javascript; unabdingbar für moderne Webseiten. Die neue JS-Engine des IE9 ist, wenige Wochen nach dem Start der Entwicklung, im SunSpider-Benchmark dem aktuellen Highflyer V8 aus Google Chrome bereits dicht auf den Fersen. Das läßt für das fertige Produkt einiges erwarten.
Auch hierzu hat Microsoft ein Video gedreht: IE 9 – First look at the new JS Engine.

Größtes Ärgernis in den letzten Jahren war die mangelnde Untersützung von Standards. Mit dem IE8 hat sich Microsoft schon auf den richtigen Weg gemacht, den man im neuen Browser konsequent fortsetzen will. Der Neue erreicht zwar im ACID3-Test auch nicht viel mehr Punkte als zuvor, aber die Richtung stimmt schon mal. Ermutigend sind 572 von 578 Punkte im CSS-Selektor-Test und die Tatsache, dass IE9, wie seine Konkurrenten, das kommende HTML5 schon in weiten Teilen unterstützt.
Channel 9-Video zum Thema: IE 9 – Standards and Interoperability.

Wann der Browser erscheinen wird ist noch vollkommen unklar, aber die offene Informationspolitik scheint zu einem gerüttelt Maß auch die Reaktion auf die Häme der letzten Jahre und Projekten wie Google Chrome Frame.

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Shh. Here's some distraction

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